Die Selbstverpflichtung schrittweise einlösen

2013 machten sich die Erstunterzeichnenden unter der wissenschafltichen Begleitung von Prof. Dr. Christopher Stehr und seiner Mitarbeitenden gemeinsam auf den Weg. Das war für mich eine ganz neue Erfahrung, denn ich nahm an diesem Projekt nicht als Berater, sondern als Unternehmer teil. Ich schlüpfte sozusagen in diesem Prozess selbst "in die Mokassins" derer, die ich sonst auf solchen Wegen eher begleite. Eine wichtige Erfahrung, die mir gut getan hat.

Ist-Analyse zur Bestandsaufnahme

Zunächst war eine Ist-Analyse der teilnehmenden Unternehmen angesagt: Wo stehen wir in Sachen Nachhaltigkeit, Werteorientierung und CSR?  Wo ist das Unternehmen bereits vorbildlich - wo (eher) noch nicht? Gibt es Produkte oder Dienstleistungen, anhand derer das Unternehmen "die Taten" konkret aufzeigen kann?

CSR-Definition

Ein weiterer Schritt war, dass sich die Unterzeichnenden auf ein gemeinsames Verständnis von CSR geeinigt hat. Denn Corporate Social Responsibility (kurz: CSR), also die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, wird bislang nicht einheitlich verwendet. Wir einigten uns auf folgende Definition:

  • „Wir übernehmen über das gesetzliche Maß hinaus Verantwortung für die Folgen unserer unternehmerischen Tätigkeit in ökologischer, ökonomischer und sozialer Hinsicht, durch bewusstes werteorientiertes Handeln gegenüber Mitarbeitern, Lieferanten, Kunden, Umwelt und Gesellschaft.“


Bildung von Kategorien

Schließlich ging die Gruppe dann an erste Maßnahmen, um die für ihr Unternehmen übernommene Verantwortung in der eigenen Organisation zu verankern. Die Gruppe einigte sich dabei auf 5 Bereiche oder Kategorien, in welche diese Verantwortung aufgegliedert werden kann - nach Zielgruppen und Einflussbereichen: 1. Kunden, 2. Mitarbeiter, 3. Gesellschaft, 4. Lieferanten und 5. Umwelt

Für meine Priebe-Beratung habe ich daraus die nebenstehende Grafik entworfen:

• Zentral ist für mich die Verant-
   wortung für eine Wirtschaftsweise,
  die konsequent der Erhaltung und
  dem Schutz jeglichen Lebens
  verpflichtet ist.

• Zu den fünf einzelnen Kategorien
   habe ich ergänzt, welche Aufgabe
   ich mit diesem Bereich vor allem
   verbinde.            



 

Unterkategorien, Ziele, Maßnahmen und Kriterien - Verantwortung wird "heruntergebrochen"

Jedes der teilnehmenden Unternehmen hat dann zu jedem der 5 Bereiche Unterkategorien gebildet, die für den jeweiligen Betrieb relevant sind. Zu jeder Unterkategorie wurden Ziele benannt, für die individuell passende Maßnahmen im Unternehmen definiert wurden. Und für alle Ziele und Maßnahmen mussten anschließend passende Indikatoren und Mess- beziehungsweise Beurteilungs-Kriterien gefunden werden. Mit diesen Intrumenten können die Unternehmen nun sowohl strategisch-planend als auch operational-durchführend dafür sorgen, dass Nachhaltigkeits-Aspekte auf allen Ebenen des Betriebs, bei allen Prozessen und in allen Organisationsbereichen relevant werden - Werteorientierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Abschluss-Veranstaltung am 5. Mai 2015 in Heilbronn

Anhand dieser Methode und mit diesen Instrumenten werden die Erstunterzeichnenden nun in der betrieblichen Praxis daran gehen, ihre Selbstverpflichtung Schritt für Schritt in der gesamten Organisation umzusetzen. Für die erste Phase, während die Teilnehmenden dies schon parallel zum Pilot-Projekt getestet haben, wurde von der GGS eine Art CSR-Bericht erstellt. Damit ist die Pilot-Phase abgeschlossen.

Am 5. Mai 2015 18:00 Uhr feierten die Erstunterzeichnenden der Heilbronner Erklärung mit zahlreichen interessierten Unternehmerinnen und Unternehmer im Forum des Bildungscampus in Heilbronn den Abschluss des Pilot-Projekts. Dabei wurde die Einlösung der Selbstverpflichtung ausführlich erläutert. Das Programm dieses Abend  "Heilbronner Erklärung zum Anfassen" sowie einen Pressebericht über die Erstunterzeichner und deren beispielhaftes Engagement gibt es hier zum herunterladen: .