Unbewusste Kompetenzen entdecken

Mit meinen Reflexionsräumen will ich mit meinen Kunden zu deren unbewussten Kompetenzen vorstoßen - Kompetenzen in Fragen der Werteorientierung, Moral und Ethik, die alle Menschen haben, sich darüber aber meist überhaupt nicht bewusst sind.

Was verstehe ich unter einer unbewussten Kompetenz? Das Autofahren mag ein Beispiel geben: Ein dreijähriges Kind findet es einfach toll, mit Mama oder Papa im Auto mitzufahren. Dass und welche Kompetenz das Steuern des Autos erfordert, kann es nicht wissen. Für dieses Kind ist Autofahren eine unbewusste Inkompetenz. Mit 12 hat das Kind dann verstanden, dass beim Autofahren einige Dinge zu beachten sind und man vieles lernen muss; das Kind ist sich jetzt bewusst, dass es hierzu inkompetent ist. Mit 17 oder 18 geht das Kind als junger Erwachsener in die Fahrschule, macht sich also ganz bewusst kompetent in Sachen Autofahren. Danach sammelt dieser Autofahrer ein paar Jahre Fahrpraxis und stellt irgendwann fest: das Auto steuert sich im allgemeinen fast automatisch und man kann nebenbei Gespräche führen, Radio hören oder die Landschaft genießen - Autofahren ist zu einer unbewussten Kompetenz geworden. Passiert dann mal ein kleiner Blechschaden, kommt allerdings wieder die bewusste Kompetenz ins Spiel: Die Reflexion über Ursachen und Fehler beginnt mit dem Ziel, es künftig besser zu machen.

Mit der Ethik- und Werte-Kompetenz ist es ganz ähnlich: Wir leben unser Leben überwiegend ohne ethische Reflexion. Wenn es jedoch Probleme oder ein Dilemma gibt, begeben wir uns in den Bereich der bewussten Kompetenz und beginnen zu reflektieren. Meine Einladung in Reflexionsräume hat genau diese Absicht - ich bevorzuge es jedoch, ohne Unfälle oder akute Probleme zu reflektieren.