Timeout statt Burnout

... lautet ein Buchtitel zur Lebenskunst der Achtsamkeit. In dieser krassen Gegenüberstellung der Begriffe erscheint die Unterbrechung wie ein Rettungsanker. Unsere Alltagssprache verbindet mit Unterbrechungen allerdings eher negative Vorstellungen. In der Reihe verwandter Wortbedeutungen für "Unterbrechung" listet http://synonyme.woxikon.de/synonyme/unterbrechung.php von Spaltung bis Stagnation zuerst sieben negative Bedeutungen auf, bevor auch vier Positive erwähnt werden: Verschnauf- oder Ruhepause, Rast und Neubeginn. Auf diese Aspekte ziele ich mit meinen Reflexionsräumen ab.

Unterbrechungen im Lebensrythmus

Aus der Natur kennen wir Unterbrechungen:

  • Auf jeden Tag folgt eine Nacht, die Menschen, Tieren und Pflanzen eine Phase der Erholung bietet.
  • Im Jahresreigen beginnt die Aussaat, gefolgt von Wachstumsphase und Ernte - bevor im Winter eine Zeit der Brache eingelegt wird.
  • Die Nahrungsaufnahme stellt für uns Menschen eine Unterbrechung dar, vor allem wenn sie in Gemeinschaft erfolgt und neben der körperlichen Stärkung auch den geistigen Austausch fördert.
  • Einen Sonntag als Ruhe- und Erholungstag kennen alle Kulturen der Weltgeschichte.
Unterbrechungen geben uns Gelegenheit zum "Auftanken" unserer körperlichen und geistigen "Akkus". Im Stress des Alltags gönnen sie uns die notwendige Ruhe, ohne die wir früher oder später tatsächlich "ausbrennen" würden. Ohne wiederkehrende Rast wären wir die Getriebenen unserer Aufgaben und Ziele, anstatt Gestalter unseres Lebens und unserer Träume zu sein. Ohne Unterbrechung würden wir nicht erkennen, wo wir einen Lebensabschnitt erfüllt haben oder in eine Sackgasse geraten sind - wo also ein Neubeginn dringend erforderlich ist.

Unterbrechungen und Sinn

Auszeiten sind m.E. notwendige Etappen, wenn wir unser Leben bewusst gestalten wollen. Unterbrechungen ermöglichen uns darüber nachzudenken, was gut und was weniger gut läuft in unserem Leben gemessen an unseren Vorstellungen und Träumen. Unsere Vorstellungen vom guten Leben werden  sehr stark durch die Werte beeinflusst, welche uns besonders wichtig sind. Je mehr wir feststellen, dass es uns gelingt, unsere wichtigen Werte im Leben zu verwirklichen, umso mehr haben wir den Eindruck, dass unser leben sinnvoll ist, dass es gelingt. Typisch für Burnout-Opfer ist es, dass sie sagen "Es hat ja alles keinen Sinn!" Wer regelmäßig ein Timeout nimmt, kann achtsam prüfen, was im Leben (noch) Sinn macht oder wo ein Kurswechsel sinnvoll, ja notwendig wird.